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Essen und Trinken in Hurghada
Am Anfang war....nein, nicht "das Wort" ....diesmal nicht.. wenn von Hurghada, der liebsten Tauchdestination der deutschen und europäischen Flossenschwinger und Pauschaltouristen die Rede ist.
Am Anfang war Rudi Kneip, und die "Felukas“ für die täglichen Tauchausfahrten, und „Casa Ali“ und das „Taucherhaus“, womit die Pilger- und Expeditionsreisen der ersten Taucher aus dem Raum Düsseldorf 1979 nach Ägypten begannen. Mit EGYPT AIR von Frankfurt über Kairo nach Hurghada, unter Nutzung des dortigen Militärflugplatzes…
Und als 1980 Rudi dann Somaya heiratete, wurde der im Mai zufällig anwesenden Tauchergruppe der „TSG Meerbusch“ erstmals ein „Mehr-Gänge-Menue“ mit opulenten süßen Desserts á la oriental zwischen den Tauchgängen aufgetischt!

Rund 30 Jahre später sieht die "Gastro"-Szene ganz anders aus. Wie Hurghada zweifellos auch.
Wir schreiben das Jahr 2008. Die ganze ägypitsche Provinz "Rotes Meer" ist von Pauschaltouristen besetzt. Die gane Provinz? Nein!
Eine kleine Schar unbeugsamer Globetrotter, Taucher und "Afficionados" hört nicht auf, gegen den Strom zu schwimmen (....und an Land allenfalls mit Übernachtung und Frühstück zu buchen) !
Nach dem grauenhaften Boom in Richtung Massen- und Billigtourismus in den 1990er'n, mit der explosionsartigen Vermehrung der Hotelanlagen (und Bauruinen), sind in den letzten jahren auch ein paar Regionen mit high-class und moderner bzw modernster Gastronomie entstanden, die keinen Vergleich mit Restaurants in Europa oder sonst wo zu scheuen brauchen.
Heute kann der geneigte Gast zwischen italienischer, österreichisch-alpenländischer, thailändischer, gehoben internationaler, skandinavischer, französisch-mediterraner, indischer und – ja inzwischen sogar auch – experimenteller Küche wählen, um nur mal die absolut unumgänglichen „Must-Eat“-Lokalitäten zu erwähnen.
Unerschrocken hat sich von März 2008 bis Februar 2009 ein Expeditions-Trupp von UW-SAFARI ein Jahr lang durch die Restaurant-Szene gefressen.
Und das hier ist seine Geschichte…
Folgen wir unseren Probe-Essern und Restauranttestern auf ihrer Patrouille am Rande der Tauchunfähigkeit am nächsten Tag.
1. Die „italienische Mittagspause“ – DA NANNI…

Hier treffen sich die berufstätigen & geschäftigen „Hurghadianer“, der Tauchbasenleiter nimmt seine „Pizza Vesuvio“ neben der Webdesignerin ein, die sich nicht zwischen verschiedenen Salaten oder doch der hausgemachten Pasta entscheiden kann.

Im Außenbezirk zwischen Sekalla und dem Flughafen gelegen, ist „Da Nanni´s“ längst kein Geheimtipp mehr. Eine Speisekarte, die auch zu einer Trattoria in Köln oder München gehören könnte. Einzig die Weine sind auf einheimische Marken in sehr übersichtlicher Zahl begrenzt. „Omar Kayahr“ und „Obelisk“ werden beworben und ausgeschenkt.
Der Service ist, nun sagen wir einmal : Nach wie vor sehr „ägyptisch“! D. h. langsam, freundlich, aber unbeholfen und mit einer deutlichen Tendenz zur Inkompetenz. Dafür sind alle Gerichte wie Salate, Vorspeisen, Pizza und Pasta auch als „halbe Portion“ für den kleineren Hunger orderbar, frisch und qualitativ gut! Dazu ist das Ambiente „as italian as possible“ und es gibt keine Qualitätsschwankungen.

Alles in allem : Ein guter Tipp für den nicht ganz so schnellen „lunch“ und auch nach telefonischer Vorbestellung eine gute „take-away“-Adresse. Der Erfolg bei den lokalen Yuppies u. ä. gibt dem Restaurantkonzept Recht!

Wer mag, kann auch an der typischen HRG-Durchgangsstrasse, vor halbfertigen Bauten auf der kleinen "Terrazza" in der Sonne sitzen.
Prädikat: Sehr empfehlenswert ! 
2. Die unbestreitbare Nr. 1 - die Betriebe der Familie BORDIEHN
Wer denn wirklich gut essen möchte, kommt in HRG an den Bordiehn´s nicht vorbei! Hier läuft man auf motiviertes, professionelles gastronomisches Urgestein der alten Schule auf! Wen ein wenig die Hintergründe der Erfolgsstory dieses deutschen Gastronomen-Ehepaars interessiert, dem sei die Lektüre des Büchleins „Kamel und Spätzle“ von Peter S. Kaspar anempfohlen, 2003 erschienen unter ProBusiness in Berlin unter der ISBN-Nr. 3-934529-11-9 .

Barbara und Thomas Bordiehn an der Theke der 'Villa Kunterbunt'
Aber völlig unabhängig von der Lebens- und Küchengeschichte von Barbara und Thomas Bordiehn, der Genesis der „Villa Kunterbunt“ in Ägypten und warum das Kamel das Wappentier der Bordiehns wurde: Wer nicht bei ihnen essen geht, hat die „neue“ Gastronomie von HRG verpasst… um es positiv auszudrücken.
„Bordiehn´s Restaurant“ im ARABIA Hotel ist ein Pflichtbesuch für den kultivierten Reisenden in HRG! Kein Zweifel ! Hier befindet man sich dann in der „Villa Kunterbunt“, dem quasi Hauptquartier der Bordiehns… oder Stammhaus.
Ein Drink an der Bar sollte den netten Abend einleiten, gerne auch einer der nach Landesmöglichkeiten ausgesuchten Weine – und dann ist man reif für ein gelungenes Dinner nach Art des Hauses. Oder was aus dem Wok. Oder mittwochs mit anregend dezenter Bauchtanz-Show einer sehenswerten russischen Künstlerin!

Das Kamel-Filet an Schoko-Chili-Sauce ist eine kulinarische Offenbarung zwischen Salzwasser und Wüstensand! Ein absolutes „must eat“, wie der Neu-Deutsche sagen würde! Der Sauerbraten vom Kamel wird auch den letzten überzeugten Pferde-Sauerbraten-Esser von Rhein und Neckar umstimmen und die „Beduinen-Suppe“ leitet beide Hauptgänge stilvoll ein. Was dem Rest der Speisekarte gegenüber ungerecht wäre… den gilt es ebenso zu beachten & durchzuprobieren!

Die Bordiehns haben in der neuen „Hurghada Marina“ ihr ebenso neues, mondänes Hafenmeilen-Bistro als jüngstes Glied ihrer Restaurantkette eröffnet, das
„B´s at Marina“. Hier lauert dem genusssüchtigen Gast zusätzlich noch die eine oder andere Leckerei aus modernster Molekular-Küche auf, um den Übergang zu Klassikern wie dem Kamel an Schokolade und Chili den Weg in den Magen zu bereiten .

Thomas´ägyptischer Lieblingskochschüler und heute "Chef" im "B´s at Marina
Bei dieser Gelegenheit sei erwähnt, dass die Bordiehns zu Recht die ägyptischen Weine promoten, welche unter dem Namen CASPAR von ihren einheimischen Freunden und Geschäftspartnern in drei Sorten hergestellt werden. Dabei ist der 'blanc de noir' der UNTERWASSER-SAFARI Favorit!

CASPAR- 'blanc de noir'
Es ist keine Frage: Ob nur Gourmet, ob Tec-Taucher, Wellness-Touri oder gewohnheitsmäßiger Urlaubstaucher mit HRG-Erfahrung – ein (oder mehrere) Besuche in den Restaurants der Bordiehns sind förmlich unumgänglich...
auch oder gerade wenn man "all inclussive" gebucht hat!!
Prädikat: Mehr als empfehlenswert!!
3. Das etwas andere (skandinavische) Restaurant -Café del Mar
Sie gehören schon zu den gut eingeführten Gastronomen Hurghadas und betreiben ihr Restaurant mit dem assoziativen "Chill-out"-Namen seit September 2006, die beiden umtriebigen - wenn auch eher etwas publikumsscheuen - Schwedinnen Malin & Jessica. Seit sie den Laden gepachtet haben, werden von ihnen ihre Ideen eingebracht. Eine individuelle Mischung aus Cocktailbar, Restaurant und Gallerie.

Das Café del Mar an der El Khandaq Street liegt im Herzen von Sekalla. Die exponierte Lage "an der Ecke" ist ein "strategischer Vorteil", mit unübersehbarer Leuchtreklame eiskalt genutzt! Und geboten wird durchaus gepflegte internationale Küche, mit ein paar skandinavischen Einschlägen und einer - für HRG - bemerkenswerten Getränkekarte.
Bisweilen auch "Dromedar-Gulasch" oder anderes vom Kamel - müßte aber nicht unbedingt sein... Das geht man ggf gezielt woanders essen (s.o.).
Wie werben doch die anderen umtriebigen Schweden? "Wohnst Du noch oder lebst Du schon?"
oder:
"Knut (sprich: Knüüt), das ist die Zeit, in der wir Schweden uns traditionell von unseren Weihnachtsbäumen verabschieden!"
Nun, im Café del Mar erfreut man sich an ordentlich geschultem Service und seit Ende 2008 auch an neu renovierten Räumen. So wird es andernorts im Internet beworben:
"Hurghada Galleries and Art Galleries: Café del Mar - Hurghada, Egypt. The restaurant-cum-art gallery Café del Mar is a recent addition to Hurghada's El-Dahar district. Enjoy some coffee or wine while perusing the art gallery, where local artists regularly exhibit their works."
Sowas kommt dann offenbar dabei herhaus, wenn ein (ägyptischer?) Nicht-Muttersprachler im Englischen herumexperimentiert und lateinische Begriffe "einrührt", die gaaaaanz anders verstanden werden müssen. 
Man kann sich ruhig einmal den Spass machen, einen Amerikaner zu fragen, was er wohl unter so einem Etablissement versteht...."restaurante-CUM-art-Gallery!
Die zum Verkauf stehenden Großdrucke eines gewissen Profi-UW-Fotographen sind mehr zeitgenössischen Farbexperimenten u.ä. gewichen, aber die trinkenswerte Pina Colada und der südafrikanische Cape Bay Wein (richtig temperiert) versöhnen mit fast allem. 
Die mediterranen Vorspeisen & Salate haben inzwischen vor skandinavischer Kost für den 1. Gang die Oberhand auf der Karte gewonnen. Aber das paßt zumindest ohne weiteres zum Namen des Etablisments.
Der 2. Gang sollte "Fleisch" sein. Keine Frage. Die Steaks vom Rind sind allesamt gut und werden nach Wunsch gegart. Medium wird auch als medium geliefert. Die Größen können im unteren "Gramm-Segment" zwischen 100g (Kinderteller!) und 300g (reichlicher Kinderteller) gewählt werden. Der Küchenchef (oder wer auch immer) hatte bei allen unseren Besuchen Schwierigkeiten beim Taxieren der Fleischmengen... oder eine kaputte Waage in der Küche!

Tja, das ist so ein Ding mit den Größen und dem Hunger ausgewachsener, mitteleuropäischer & amerikanischer Taucher.
Eben halt "Fleisch-Knut" ... das ist dann die Zeit, in der wir uns traditionell von der Hoffnung verabschieden, vor Weihnachten noch ein Steak für einen Erwachsenen zu bekommen... !
Aber da sind dann wieder die Desserts, die nehmen zumindest die meisten Damen erneut für sich ein. Serviert mit "Kunst am Bau", Ornamentik mit Schokosauce und Zierfrüchten am Tellerrand, man könnte fast glauben, man wäre gerade nicht downtown HRG in Sekalla...
Resumée: Bevor die Konkurrenz ringsum in HRG erheblich aufrüstete, eine sogenannte "erste Adresse". Inzwischen (und immer noch) ein nettes Lokal das allemal einen Besuch lohnt. Nein, eigentlich gehört ein Besuch des Café del Mar "traditionell" zu einem Aufenthalt in HRG. ...nicht nur zu "Knut"
Prädikat: Durchaus empfehlenswert ! 
4. Auf einen Kaffee zum 'Paten' - ...ein Angebot, das man nicht ablehnen kann !


Wenn man an der HURGHADA MARINA entlangschlendert, einfach nur so, nach dem Dinner, voll- oder auch durchgefressen, dann stellt sich gerne noch der Drang nach einem kleinen "finishing touch" ein, z.B. ein echt starker Kaffee, von Touristen in Italien auch Espresso genannt 
oder was Süßes oder was auch immer...
Da ärgert sich der gesättigte Tourist plötzlich, daß er im gerade verlassenen Restaurant nicht noch eine Nachspeise bestellt hat. Oder er ärgert sich, weil es entsprechendes dort schlicht nicht gab. Was hat "der Pate" immer gesagt, wenn´s schwierig oder eng wurde?
"Luca Brasi soll kommen!"... der Mann für´s Grobe. 
Das wird inzwischen in HRG nicht mehr nötig sein! (Zumal der "Pate" dort seit mindestens 10 Jahren "Onkel Wassilij" heißt...)
Denn es gibt ja PACCINO COFFEE ! Hier wird nicht nur vom ägyptischen Kellner mit schwarzem 60er Jahre Hut (als wäre er von Frank Sinatra geklaut) zu jeder Bestellung ein Tellerchen mit 4 Zigaretten und einem Feuerzeug in Pistolenform gereicht, es gibt auch den besten "New York Cheese Cake" östlich von Palermo (mit frischen Erdbeeren im Topping) und jegliche Kaffee-Spezialität mit italo-amerikanischen Wurzeln.

Das kann man auch tagsüber erleben und muß nicht auf den Einbruch der Dunkelheit warten. Das etwas linkische Cosa-Nostra-Ambiente ist einmalig, zieht "wan´a be´s" an und die osteuropäischen Mitbewerber, die zuviele amerikanische Filme gesehen haben. Und deren sehenswerte "Landsmänninen"...
Griechische Yachtbesitzer und Taucher haben diesen perfekten Kaffee plus Käsekuchen ebenso entdeckt wie Models nach dem morgendlichen Mode-Shooting am Strand oder auf einer Yacht (von dem Griechen)... obwohl die den Kuchen ja eigentlich weglassen müßten.
Unbestätigten Meldungen zu Folge war auch schon James Gandolfini hier, um zu erkunden, ob eine zukünftige SOPRANO-Staffel auch einen kleinen Ägypten-Familien-Bezug haben könnte... aber das ist natürlich Quatsch!
Gleichwohl - ein originelles Café mit Mafia-Image, so authentisch, wie das in Ägypten halt möglich ist. Sofern man eine Pistole trägt, fühlt man sich nochmal so wohl: Um den/die Kellner zu beeindrucken und die russische Konkurrenz (die nebenan Fisch futtert und Wodka säuft) in Schach zu halten. 
In HRG ein Unikat unter den Ausgehmöglichkeiten!
Prädikat: Absolut empfehlenswert !!
5. "Du, glückliches Österreich, koche!" - Das HEAVEN BISTRO


In freierAbwandlung des lateinischen Mottos der "K.u.K.-Harbsburger-Monarchie" unter Bezugnahme auf ihre wenig erfolgreichen militärischen Auseinandersetzungen - "Bella gerant alii, tu felix Austria nube.Nam quae Mars aliis, dat tibi diva Venus!" - (verheirate lieber deine Prinzessinen mit potentiellen Gegnern...), fällt der Blick des geneigten Gastes mit Wohlgefallen auf das "Heaven Bistro", kaum 100 Meter vom "Cafe del Mar" entfernt die Strasse runter Richtung Strand.
Das Zitat hat wohl seine ältesten Wurzeln in einem Epos des Ovid über den trojanischen Krieg und die libidiösen Fähigkeiten des ersten darin gefallenen griechischen Helden. Aber es umschreibt noch viel schöner in seiner Abwandlung das Talent der österreichischen Kolonie in HRG im Hinblick auf gastronomische Unternehmungen.


Der 'grosse Österreicher' (rechts) und sein Chefkoch (links) vor dem Heaven- Bistro
Das kleine, aber feine Etablissment ist ein weiterer Geniestreich des "Großen Österreichers" Rudi Lendl, Inhaber der DIVERS HEAVEN FLEET und absoluter "frontrunner" vorbildlicher Gastronomie und hervorragenden Essens (nicht nur) für Taucher während ihres Aufenthalts in Ägypten.
Die DIVERS HEAVEN FLEET ist seit über 10 Jahren im Geschäft mit den Tauchtouristen und Safari-Fahrern und hat sich auf diesem Gebiet einen fast legendären Ruf bzgl. Service, Verlässlichkeit, technischer Zuverlässigkeit und nicht zuletzt bester Verpflegung an Bord erworben. Gerade das Essen an Bord ihrer Schiffe hat die missgünstige Konkurrenz sehr bald das Un-Wort von der "Fresserei-Flotte" aufbringen lassen... aber was kümmert´s die Eiche, wenn ein Schwein sich an ihr kratzt?


Chefkoch Issam, Rudi Lendl und Mike - handfeste Gratulation zu einer zündenden Geschäftsidee und ausgezeichneter Gastronomie!
Immer schon ließ Rudi im Zuge von Qualitätssicherung und -steigerung "an Land" vor- und probekochen, und legte frühzeitig einheitliche Standards für die Verpflegung auf seinen Schiffen fest. Das macht es immer schon schwierig, bis zu vier Tauchgänge am Tag zwischen die vier Mahlzeiten zu zwängen, die mit frisch gebackenem Brot und Kuchen an Bord auch jedes Frühstück und jeden Nachmittagskaffee höchst verführerisch gestalten....
Da lag es irgendwann nahe, diese qualitativ herausragende Küche auch stationär an Land anzubieten.
Mit dem Umzug der "Heaven Fleet" in ihre derzeitigen Räume vor knapp fünf Jahren war es dann soweit: Im Parterre des Office- & Logistikgebäudes an der El Khandaq Street eröffnete Rudi sein "Bistro"

Probe-Essen ist härteste Arbeit für die Testerinnen und Tester...
Im "Bistro" umfängt den Gast ein wenig österreichisches Flair (Kaiserschmarr´n auf der Karte höchst empfehlenswert!) von mondänem Kaffeehaus ("net dahoooam und aa´ net oan d´r frischen Luuft..."), Bistro-Restaurant und lokalem Touristik-Buisiness-Treff der europäischen Wahl-Hurghadianer.
Nicht nur die Qulität der Gerichte auf einer originell zusammengestellten Speisekarte und die sehr gepflegten Getränke (Weissbier erhältlich!) sind zu loben. Auch ein paar eher profane oder gerne verschwiegene bzw. übersehene Details sind hier herauszustreichen:
Die gefällige Wand aus blauen Glasbausteinen in der Mitte des Lokals schirmt diskret den Zugang zu den vermutlich hygienischsten & modernsten Toiletten in ganz HRG

Und anders als in relativ dichter Nachbarschaft, ist hier das Porterhouse-Steak nach Art des Hauses eine echte Herausforderung auch für den trainiertesten Steak-Esser!!!
Wer so verwegen ist, Chefkoch Issam
auch noch bzgl. des Steaks herauszufordern, findet sich schnell einer echten "Männerportion" gegenüber, die schon allein deshalb "geschafft werden muß", weil das gebotene Rindfleisch von erster Güte ist!

Die Vorsuppe "Mamma Africa" wäre da eine ideale Vorbereitung der Magenwände auf bevorstehende Akkordarbeit. Und für den etwas weniger ausgeprägten Hunger empfehlen sich die frischen Salatkreationen und ggf auch "nur" der Kaiserschmarr´n !

Nach einer Wüstentour ist der Besuch im HEAVEN BISTRO wie eine Wellness-Anwendung...
Mit Eröffnung des "Heaven Bistros" ist der Ägypten-Reisende nun nicht mehr gezwungen, eine Safari an Bord eines Schiffes der "Heaven Fleet" zu unternehmen, um richtig gut zu speisen!
Neben den Restaurationen der Familie Bordiehn (s.o.) ein unbestreitbares "must go & eat" in HRG . Zum leichten Lunch ebenso wie zu einem gelungenen Abendschmaus.
Ach ja - und nebenbei: Die Chance (oder das Risiko), in EGY an Land auf einen oder eine der Truppe von "uw-safari" zu treffen, ist nirgends höher als hier..

Prädikat: Mehr als empfehlenswert 
6. „Ah-jaa-jaa! Wolle´ schöne Curry kaufe´? Ah-jaa-jaa-jaa…“
MASALA – der nette „Inder“ an der Ecke

(Offenbar gibt es in EGY auch eine 'Greencard' für gutes kochen)
Wer nun glaubt, in einem „exotischen“ Land auf die Küche anderer exotischer Länder verzichten zu müssen, der wird in HRG auch eines besseren belehrt. Es gibt mittlerweile Thai-Restaurants, Chinesen, Libanesen (Nein, nicht zum Rauchen! Das ist in EGY offiziell streng verboten…), einen Armenier und – natürlich – auch indische Lokale.
Das nach unserem „Geschmack“ beste ist auch gleichzeitig das neueste (Stand Februar 2009) in der neuen HURGHADA MARINA, das „Masala“!
An einer Ecke der Flaniermeile, gegenüber den Yachten und Ausflugsbooten, weisen unübersehbar zwei große dunkle Holz-Elefanten unter dem beleuchteten Schriftzug auf die gediegene Verpflegungsstelle nach Art der gut gewürzten IT-Spezialisten-Küche hin.

Das MASALA bietet außer dem obligatorischen Chicken Tikka Masala natürlich hervorragende Currys, originelle Suppen und Salate und die Berieselung mit echt indischer Musik. Bolly-Wood lässt grüßen …
Alles ist frisch und frisch verarbeitet: Vom Koriander bis zum Fisch, Schalengetier, Geflügel oder Lamm. Der Service ist unverhältnismäßig fix dabei und erfreulich gut geschult. Nur auf Bastian Pastevka als Rosenverkäufer ´Ranjheed´ wartet man vergebens, von derlei bleibt man in HRG verschont! ;-))
Wenn Kimmo und seine Freundin Sabine sowie Doc Rudi noch vergleichsweise einfache „Test-Esser“ sind, ist Mike mit seinem Faible für scharfes Essen, Tiger-Safaris und indische u. a. Kolonialtraditionen schon eine gewisse Herausforderung oder Bedrohung für solche Etablissements…

Prompt musste er auch eine `Rudyard Kipling Gedächtnis-Platte´ als Sonderbestellung aufgeben – und die Küchenbrigade des MASALA kam mal richtig ans gewürzte Kochen mit Chilis, Curry, Huhn, Gambas und eingelegten Früchten.
Aber die ägyptischen Inder an der Marina bestanden den Härtetest. Das ganze Test-Team war´s zufrieden!

Prädikat: Empfehlenswert, nicht nur, wenn der Curry-Spiegel im Blut sinkt !
7. SARDINA - Fisch essen, nach dem Fische gucken...

Es stellte sich die Frage, ob HRG nach dem "Fish House" und den auf Fisch spezialisierten ägyptischen Restaurants in bzw. an verschiedenen Hotelanlagen, noch Platz für ein weiteres Fisch-Restaurant hatte. Und ob es noch unbedingt eins brauchte...
Die Fragen waren bzw. sind mit "ja" zu beantworten!
Ebenfalls in der neuen MARINA hat das SARDINA eröffnet. Ein weiterer Lichtblick am Gastronomie-Himmel des Touristen-Molochs!
Freundliches & kompetentes Personal, vom "Manager" bis hin zum "2. Getränke-Kellner" empfängt den Gast, sauber eingedeckte Tische (drinen & draußen), modernes Ambiente und vor allem: Eine reichhaltig mit frischem Fisch und Schalentieren gefüllte Kühltheke, die auch den eingefleischtesten Pauschal-á-la-carte-Besteller verleiten kann, mal dem Inhaber oder Manager zu folgen, und sich was spezielles nach Wunsch kochen zu lassen.! 

Die `Tiger-Prwans` in Zitrone und Olivenöl sind klasse! Die eingelegten oder gebratenen Sardinen natürlich auch - Ehrensache! Seewolf, gegrillte Doraden und die Schnapper-Filets vermochten zu überzeugen, aber die Krönung war der im ganzen gebratene kleine Barrakuda, den ein bestimmter unserer "Tester" bestellen ´mußte`...


Und ganz besonders kundenfreundlich: Ist mal im SARDINA ein bestimmter Wein oder ein anderes Getränk nicht vorrätig, scheut sich das Personal nicht, diese in einem benachbarten Lokal zu besorgen und mit gewinnendem Grinsen zu servieren!
Es gibt ja einige Taucher, die essen aus "weltanschaulichen Gründen" keinen Fisch... oder sagen auch gerne: "Ich esse keine Tauchkameraden!"

Allen anderen sei das SARDINA ausdrücklich anempfohlen...
Prädikat: Einfach gut! Könnte auch ein traditionell überbewerteter italienischer "Pesce-Tempel" sein, ist aber ein gutes, modernes Fischlokal in EGY ! 
8. PAPAS at the Marina - die "fliegenden" Holländer ...

Es ist kaum eine Frage, wenn es um Bars, Kneipen, "Clubs", Discos oder ganz allgemein "Nightlife" in HRG geht: PAPAS ist hier eine Institution!
Die Holländer hatten schon in den späten 80er Jahren erkannt, daß "nur" Tauchen und Sonne tanken auch in Ägyptens Korallenmeer-Mekka nicht ausreichen würde, um die moderne, auch tauchende, Party-Crowd und Spassgesellschaft zu entertainen. Bars mußten her - am besten mit knackigen Mädels, westlicher Musik, weltweit gleich schmeckendem Bier (HEINEKEN, All´hamm dudd´llah!!!), Fernsehschirmen mit Sport- oder Musikvideos und sättigenden Snacks aller Art.

Und schon bald gab es das erste PAPAS in HRG ganz nach dem Ur-Vorbild in Rotterdam und den vielen anderen in den NL und am Mittelmeer. Und schon bald waren es zwei und dann sogar drei. 2007 schlug dann dem guten alten "PAPAS at the Beach" die Stunde, denn die an diesem öffentlichen "Beach" dominierenden Touris aus Osteuropa machten auch nicht mehr genügend Umsatz mit den "richtigen" Bestellungen. Zusätzlich entstand ganz in der Nähe, nur wenige hundert Meter entfernt ja gerade die "New Marina", Hurghadas Anschluß an ein bischen mehr "High-End Tourismus" und internationales Holiday-Flair. Ruck-Zuck zog PAPAS um, vom "Beach" an die Marina, und dort residiert der florierende Bar-Club seit 2008 nunmehr gleich am Eingang zur Marina von der Südseite her. Gar kein schlechter Grund, die abendliche Cruising-Patrouille gleich hier zu beenden. Oder nach einem Schlendrian die Marina rauf und runter wieder hierher zurück zu kommen!
Glücklicher Weise gibt´s hier inzwischen auch phantasievolle Drinks mit namhaften Spirituosen angemixt, die auch ein verwöhntes internationales Publikum ansprechen. Wodka, Gin und Co. gehen hier oft & gerne zur Abendstunde wohldosierte Liebschaften mit allen möglichen Früchten, Säften und Sodas ein. Sehr gute après-dive und deko- Medikationen !!!

Heute könnte die RICOLA-schweizer-Kräuterdrops-Frage bzgl. HRG-Nightlife lauten: "Wer hat´s erfunden ??? Die Holländer... 
Angenehme Baratmosphäre, faire Preise, die Sportübertragungen via Satellit aus Europa (EUROSPORTS, DSF u.a.) gute & richtig in der Lautstärke eingepegelte Musik machen es einem leicht, auch das HEINEKEN hinzunehmen... Zumal es auch SAKKARA und STELLA gibt... Regelmäßig treten Life Bands auf und verwandeln die Flaniermeile vor dem PAPAS in eine Open-Air-Disco oder eine Mini-Konzert-Arena (vgl. Video, das wir von der CIA als top-secret erhielten
).
Da die Strecke "Heaven Bistro - PAPAS" auch nach gutem Essen oder volltrunken leicht zu Fuss zu überwinden ist, besteht auch hier ein erhöhtes Risiko, "UW-SAFARI"-Leuten zu begegnen.
Prädikat: Geht kaum ein Weg daran vorbei !