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Der Haiunfall am 01.06.2009 im Roten Meer

 

 

 

 

In diesem Sommer ist es zu einem schlimmen Unfall und leider ziemlich genau dem gekommen, was seitens UW-SAFARI seit geraumer Zeit befürchtet wurde!

 

Am 01.06. wurde eine 50 jährige, französische Schnorchlerin (die mit einer größeren Gruppe im Wasser hinter mehreren Safari-Booten im Wasser war, um >vermutlich< mit Essensresten etc. angelockte Haie zu beobachten) am Habili Kebir in den St. John´s Riffen von einem Longimanus getötet.Sie war mit der "Le Nautile" unterwegs.

 

 

Der Vorfall hat verhältnismäßig wenig Echo in den (Taucher-) Medien gefunden, bislang einzig das Magazin "unterwasser" hat in seiner August-Ausgabe der Sache einen Beitrag ab Seite 102 mit zusätzlichen Interviews und "Experten-Meinungen" gewidmet.

Ob die Aufmachung mit einer nachgestellten "Tatortszene" (mit einem Model als Darstellungskörper einer Leiche in weißer Tatortbodenmarkierung und einem als Beweis- bzw. Fundstück Nr. 5 markierten Plastikhai daneben) dem Anlass angemessen ist, mag dahingestellt sein...

 

Nach Zeugen ist sie kurz abgetaucht und beim (typischerweise wegen Luftmangels meistens etwas hektischen) Auftachen von dem Hai am rechten Bein gepackt worden

und beim "nachsetzen" auch noch am linken Fuß.

 

Eine "qualifizierte" Leitungsorganisation zum "Management" dieser Schnorchelei mit Haien war wohl nicht im Wasser und die Frau wurde vom Schlauchboot eines anderen Safaribootes nach dem Angriff geborgen und zunächst auf das nächstliegende Taucherdeck verbracht. Anders kann die bestenfalls als "improvisiert" zu bezeichnende, fahrlässige Stümperei der Beteiligten nicht beschrieben werden.

 

                                        

 

Durch Blut- und Gewebeverlust und damit einhergehendem Schock ist das Opfer sogleich verstorben. Ob noch im Wasser oder erst an Bord war nicht zu erfahren, ist auch an sich völlig egal!

 

Ein Safariboot eines mit uns kooperierenden Unternehmens hatte zuvor versucht, die "Hai-geile" Ansammlung per Funk zur Auflösung zu motivieren und nach dem Vorfall noch einen als Gast an Bord befindlichen Arzt überzusetzen. Aber dann lief das "Unfall-Boot" auch schon ab.

 

Nach allem - nicht der erste, nicht der letzte, aber der erste tödliche Zwischenfall mit Touristen in Süd-Ägypten. Ohne uns wiederholen zu wollen: Leichtsinn, Überheblichkeit, mangelnde Sachkenntnis & Routine (in diesem Fall bzgl der Handhabung von Haien) und unangebrachte Verharmlosung von Wildtieren (aller Art!) konnten auf Dauer nicht ohne ernste Folgen bleiben.

 

Nunmehr auch "sharkproject-Initiator" Gerhard Wegner bemerkt im Interview mit "unterwasser"  "... :Ja, das hat mich verändert. Früher, als ich noch mit Erich Ritter zusammen gearbeitet habe, habe ich auf Walker´s Cay mit meiner Familie bedenkenlos mit Bullenhaien geschnorchelt. Das würde ich heute nicht mehr machen. Wir von Shark-Project fühlen uns in gewisser Weise etwas mitschuldig. Wir sind über das Ziel hinausgeschossen, weil wir den Leuten die Angst nehmen wollten. Aber Haie sind nun mal keine Schoßtiere.  ..." (unterwasser 8/09, a.a.O.)

 

 

Der Familie des Opfers gilt unsere aufrichtige Anteilnahme, weit ab von jeglicher pharisäerhaften "Schuldebatte" oder im Nachgang entbehrlichen Erklärungsversuchen.

 

 

Nach Überzeugung aller bei UW-SAFARI wäre diese Tragödie zu verhindern gewesen.